“Die USA zeigen, wie es geht – jetzt muss Europa nachziehen“
Statement zu Wolframschrott-Exportkontrollen
“Die USA zeigen, wie es geht – jetzt muss Europa nachziehen“
Karlheinz Wex, Vorstandsvorsitzender der Plansee Group, bewertet die neuen US-Exportrestriktionen für Wolframschrott als richtungsweisenden Schritt und fordert Vergleichbares von der europäischen Politik. Die Plansee Group ist der größte Wolframverarbeiter außerhalb Chinas und betreibt eigene Recyclinganlagen in den USA und Europa.
Breitenwang/Reutte, 14. August 2026 – Die USA verschärfen ihren Kurs beim kritischen Rohstoff Wolfram: Eine neue Regel des Bureau of Industry and Security (BIS) verpflichtet US-Verkäufer von Wolframschrott, ab dem 27. August ihre gesamten monatlichen Verkäufe für Abnehmer im eigenen Land vorzuhalten, sofern die Behörde keine Ausnahme genehmigt.
Hintergrund der Entscheidung ist die zunehmende Sorge um die nationale Versorgungssicherheit: Die Exportverbote für Wolfram und Schwarzmasse sind Teil des Versuchs der Trump-Administration, kritische Rohstoffe zu sichern, die für die nationale Verteidigung und das Militär wichtig sind. Darüber hinaus spielt Wolfram eine zentrale Rolle für die zerspanende Industrie, die Luft- und Raumfahrt und Elektrotechnik. Im vergangenen Jahr hatte die chinesische Regierung Exportkontrollen auf Wolfram veranlasst, was den kritischen Rohstoff stark verknappt. Der Marktpreis hat sich seitdem versiebenfacht.
Karlheinz Wex über die Bedeutung der Exportrestriktionen
„Die Exportkontrollen sind ein wichtiger Schritt, um kritische Rohstoffe in den regionalen Märkten zu halten, das dortige Recycling zu stärken und die Abhängigkeit von China zu verringern. Auch wenn sich Recyclingkapazitäten nicht über Nacht aufbauen lassen, ist Recycling ein schneller Hebel, um die Wolframknappheit abzufedern – im Gegensatz zu Minenprojekten, die auch Teil der Lösung sind, aber deren Erschließung teils bis zu 15 Jahre benötigt.
Recyclingverfahren für Wolfram sind seit Jahrzehnten industriell erprobt und funktionieren zuverlässig. Was es jetzt braucht, ist eine konsequente Umsetzung einer regionalen Kreislaufwirtschaft durch die Zusammenarbeit von Industrie und Politik. In der Praxis heißt das, die Industrie muss Schrotte konsequent sammeln, in der Region halten und in geschlossene Kreisläufe zurückführen. Die Politik muss dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, so wie die USA gerade.
Europa sollte sich an diesen Exportrestriktionen ein Beispiel nehmen, denn auch hier fließen wertvolle Schrotte ab, obwohl damit die europäische Versorgung mit Wolfram gestützt werden könnte. Für eine langfristig nachhaltige Versorgungssicherheit braucht es dann eine Kombination aus regionaler Kreislaufwirtschaft, diversifizierten Lieferketten und langfristigen Abnahmevereinbarungen mit unabhängigen Minenprojekten.”
Recycling im industriellen Maßstab
Die Plansee Group hat die Marktbedingungen früh erkannt und bereits vor Jahrzehnten begonnen, die Wolframversorgung in großem Maßstab absichern – zum Großteil über Recycling. Im Geschäftsjahr 2025/26 fertigte die Plansee Group 14.200 Tonnen Wolframprodukte – das entspricht einem weltweiten Marktanteil von rund 12 Prozent. Knapp 90 Prozent aller verkauften Produkte bestehen aus recyceltem Wolfram, nur rund 10 Prozent werden aus dem Bergbau gedeckt.
Seit 2008 betreibt die Plansee Group mit ihrem Tochterunternehmen Global Tungsten & Powders auch in den USA eigene Recyclingkapazitäten. Bereits im Februar gab das Unternehmen bekannt, weiter in amerikanische Standorte zu investieren. Die Exportkontrollen kommen den dortigen Recyclingaktivitäten zugute.
Drei Bausteine für Versorgungssicherheit
Die Resilienzstrategie der Plansee Group beruht auf drei Faktoren: dem systematischen Einsammeln und Sortieren von Wolframschrotten, hochentwickelten thermisch-mechanischen und chemischen Recyclingverfahren sowie langfristigen Abnahmevereinbarungen mit Wolframminen weltweit. Erst kürzlich verlängerte die Plansee Group den Abnahmevertrag mit Almonty Industries für die südkoreanischen Sangdong-Mine auf 21 Jahre.
Über die Plansee Group
Die Plansee Group ist mit den Unternehmensbereichen Plansee Hochleistungswerkstoffe und Ceratizit sowie der Beteiligung an Molymet eines der weltweit führenden pulvermetallurgischen Industrieunternehmen. Das Unternehmen ist auf Produkte aus Molybdän und Wolfram spezialisiert und deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Rohstoffaufbereitung bis zu kundenspezifischen Werkzeugen und Komponenten. Die Plansee Group beschäftigt rund 11.000 Mitarbeitende, betreibt 40 Produktionsstandorte weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen konsolidierten Umsatz von 2,25 Milliarden Euro.
Weitere Informationen unter www.plansee-group.com
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